Da dieser Punkt noch lange nicht erreicht ist, braucht es Maßnahmen wie die EU-Lohntransparenzrichtlinie. Der scheinbar große Umsetzungsaufwand ist als Argument völlig unzulässig – immerhin ist die Richtlinie bereits seit drei Jahren in Kraft. Es gab also genügend Zeit für Vorbereitungen.
Die EU-Lohntransparenzrichtlinie nimmt vor allem die ungleiche Entlohnung von Männern und Frauen ins Visier und immerhin, der Gender-Pay-Gap liegt in Vorarlberg bei 21,7 Prozent und ist damit österreichweit der höchste. „Das ist ein sehr schlechtes Zeugnis für Vorarlberg und in Sachen Gleichstellung eine schlechte Werbung für den Wirtschaftsstandort“, attestiert Bea Madlener-Tonetti, SPÖ Landesfrauenvorsitzende, und unterstreicht, was bereits Ruth Manninger, SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin, festgestellt hat: Faire Löhne stärken die Kaufkraft und sichern Fachkräfte. Wer sich dem verweigert, bremst nicht nur Frauen aus, sondern den gesamten Standort Österreich.
Von der Landespolitik fordert Madlener-Tonetti eine klare Haltung für faire Entlohnung und ein deutliches Signal in Richtung der eigenen Reihen: Vorarlberg soll zum Vorreiter in Sachen Gleichstellung werden – anstatt sich österreichweit als Schlusslicht einzureihen.