SPÖ-Landtagsabgeordnete und Bildungssprecherin Manuela Auer kritisiert am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz die steigenden privaten Nachhilfekosten sowie fehlende Strategien des Landes zur Lernförderung. Nach vorliegenden Zahlen des aktuellen AK-Monitorings geben Vorarlberger Familien bereits rund neun Millionen Euro pro Jahr für private Nachhilfe aus. In Vorarlberg nehmen rund 12.000 Schülerinnen und Schüler eine solche private Lernunterstützung in Anspruch.
Blinder Fleck auf Bildungslandkarte
SPÖ-Bildungssprecherin Manuela Auer bemängelt, dass dem Land weder die Zahl der betroffenen Kinder noch die tatsächliche Kostensituation bekannt sei: „Die Nachhilfesituation ist damit ein blinder Fleck auf der Bildungslandkarte des Landes“. Trotz steigenden Bedarfs setze man von Seiten des Landes nur auf punktuelle Angebote wie die Lerncafés der Caritas, die jedoch nur einen kleinen Teil der Kinder erreichen, so Auer: „Das Land nimmt sich hier komplett aus seiner Verantwortung.“
SPÖ-Antrag zu leistbarer Nachhilfe
Die SPÖ fordert in einem heute eingebrachten Antrag daher ein landesweites, leistbares Modell zur Nachhilfe sowie den Ausbau ganztägiger Schulformen. Zudem erneuert SPÖ-Bildungssprecherin Manuela Auer ihre Forderung nach der Modellregion zur Gemeinsamen Schule, deren Umsetzung das Land zuletzt nicht mehr weiter vorangetrieben hat.
Land streicht Ausbildungszuschuss
Scharfe Kritik äußerte die SPÖ-Landtagsabgeordnete auch an der Entscheidung des Landes, den freiwilligen Ausbildungsbeitrag für Schüler:innen des Institut St. Josef in Feldkirch, welche dort die Höhere Lehranstalt für Pflege und Soziales (HLPS) sowie die Fachschule für Sozialberufe Gesundheit und Pflege (FSGP) besuchen, zu streichen. „Dadurch entsteht für Familien während der laufenden Ausbildungszeit eine Mehrbelastung von mehreren tausend Euro“, kritisiert Auer. Sie spricht in diesem Zusammenhang auch von einer massiven Ungleichbehandlung, da vergleichbare Ausbildungen wie die Pflegefachassistenz weiterhin in der gleichen Höhe gefördert werden.
Kürzungen sind kontraproduktiv
Die SPÖ fordert nun in einem Antrag die vollständige Wiederherstellung des Ausbildungsbeitrags sowie ein Konzept zur schrittweisen Reduktion von Schulgeldern im Pflegebereich. Kürzungen wie diese seien in Zeiten des akuten Pflegepersonalmangels kontraproduktiv und nicht nachvollziehbar, so Auer abschließend: „Wer ernsthaft etwas gegen den Pflegekräftemangel tun will, darf nicht ausgerechnet dort sparen, wo junge Menschen in eine qualifizierte Ausbildung investieren.“