8.1.2026
Die SPÖ Vorarlberg hat die von ÖVP und FPÖ geplanten Kürzungen in der Beratungs- und Betreuungsarbeit für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen scharf kritisiert. Wohnbausprecher Mario Leiter bezeichnete die Einsparungen als „sozialpolitisch und finanziell kurzsichtig, fachlich falsch und menschlich nicht zu verantworten“.
Jeden einzelnen Fall von Wohnungslosigkeit verhindern
Auslöser ist ein Schreiben der ARGE Wohnungslosenhilfe, die vor massiven Rückschritten im Vorarlberger Modell der Wohnungslosenhilfe warnt. Die Kürzungen träfen ausgerechnet die ambulante Beratung und Betreuung – also jene Bereiche, die für Prävention und rasche Wohnraumsicherung entscheidend seien, so Leiter. Gerade angesichts der bitterkalten Temperaturen der letzten Tage müsse auch in den warmen Regierungsbüros von Wallner und Bitschi klar sein, wie bitter notwendig es ist, jeden einzelnen Fall von Wohnungslosigkeit zu verhindern, so Leiter.
Schwarz-Blau bedeutet: Kürzungen bei Prävention, keine Indexierung bei Sozialleistungen
Besonders kritisch sieht die SPÖ die Einsparungen bei sogenannten Strukturkosten. Diese seien Grundlage für niederschwellige Erreichbarkeit, aufsuchende Arbeit und qualitätsgesicherte Beratung. Gleichzeitig verschärften Kürzungen und fehlende Indexierungen bei Sozialleistungen die Situation einkommensschwacher Haushalte.
Wallner und Bitschi werden enorme Folgekosten zu verantworten haben
Leiter warnte vor steigender Wohnungslosigkeit und höheren Folgekosten. Laut einer Studie der Wirtschaftsuniversität Wien bringe jeder in Delogierungsprävention investierte Euro einen gesellschaftlichen Mehrwert von 94 Euro. Anders gesagt: Jeder nicht investierte Euro ist in Folge 94 mal zurückzuzahlen. Die Rechnung ist von den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern zu begleichen. Die SPÖ Vorarlberg fordert daher die Rücknahme der Kürzungen sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung der Wohnungslosenhilfe und eine jährliche Indexierung zentraler Sozialleistungen.