Rund 80.100 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger sind 65 Jahre oder älter. Knapp ein Drittel davon lebt in Einpersonenhaushalten. Die Zahl älterer Menschen in Vorarlberg steigt und damit auch das Risiko von Einsamkeit und sozialer Isolation. SPÖ-Klubobmann Mario Leiter sagt dazu: „Wer Altern in Würde und soziale Teilhabe ernst meint, darf Einsamkeit im Alter nicht dem Zufall oder ausschließlich ehrenamtlichen Strukturen überlassen.“ Mit einer Anfrage an Landeshauptmann Wallner will die SPÖ daher nun in Erfahrung bringen, welche vom Land finanzierten oder kofinanzierten Programme es hinsichtlich Einsamkeit bei älteren Menschen gibt, wie deren Wirksamkeit gemessen wird und ob es eine ressortübergreifende Strategie zur Bekämpfung von Alterseinsamkeit gibt.
Einsamkeit im Alter kein Randthema
Im Arbeitsprogramm der Landesregierung werde zwar der Ausbau sozialer Kontakte zur Vermeidung von Vereinsamung angesprochen, erklärt Leiter, aber: „Konkrete Projekte oder verbindliche Maßnahmen fehlen dabei jedoch.“ Das gleiche Bild zeige sich auch in der Strategie des Sozialfonds 2030, so Leiter. Auch hier sei die Verhinderung der sozialen Isolation zwar als Wirkungsziel vorhanden, aber ohne dabei jedoch klar darzulegen, wie dieses Ziel tatsächlich umgesetzt, finanziert und evaluiert werden soll. „Einsamkeit im Alter ist kein Randthema, sondern eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung. Für eine verantwortungsvolle Sozialpolitik braucht es daher mehr als nur gute Absichtserklärungen“, kritisiert der SPÖ-Klubobmann.
Ehrenamt ist unverzichtbar, ersetzt aber nicht staatliche Verantwortung
Initiativen wie etwa der erst kürzlich gestartete ehrenamtliche Besuchsdienst des Roten Kreuzes seien beim Kampf gegen Einsamkeit von großer Bedeutung und verdienten größte Anerkennung, führt Leiter ins Feld: „Ohne die Arbeit von Ehrenamtlichen wären viele dieser Angebote, die sich gezielt gegen Einsamkeit richten, nämlich gar nicht möglich.“ Er stellt aber auch gleichzeitig klar: „Angesichts der demografischen Entwicklung kann es nicht der richtige Weg sein, dass sich das Land ausschließlich auf freiwillige Strukturen verlässt. Ehrenamt ist unverzichtbar, kann aber staatliche Verantwortung nicht ersetzen.“ In der Anfrage möchte die SPÖ daher auch geklärt haben, wie es hinsichtlich des Zusammenspiels zwischen strukturellen Schnittstellen wie Hausärzten, Pflegeeinrichtungen, Sozialdiensten und Gemeinden aussieht. „Gerade im niederschwelligen Bereich braucht es eine gute Vernetzung und eine funktionierende Zusammenarbeit, damit von Einsamkeit betroffene Menschen möglichst rasch Unterstützung erhalten“, so der SPÖ-Klubobmann abschließend.