16. Juni 2026
16. Juni 2026
Der öffentliche und politische Diskurs zum Spitalscampus Vorarlberg scheint sich zu einem gewissen Grad im Kreis zu drehen. Die Art und Weise, wie die Entscheidungsträger:innen den Prozess gestalten, spricht für sich selbst. Nicht erst seit dem Start des Volksbegehrens zum Erhalt der Geburtenstation in Dornbirn ist offensichtlich, dass die Bevölkerung wenig Vertrauen in diese „Reform“ hat. Es ist ein langer Weg, verspieltes Vertrauen wieder zurückzuge
winnen. Zentral dabei ist es, in den Entscheidungen nachvollziehbar und in den Worten verbindlich zu bleiben. Nachdem der Planungsprozess und die Regierungskommunikation über den Spitalscampus Vorarlberg zu massiver Unzufriedenheit geführt hat, sollten die Daten und Fakten zurück ins Zentrum der Debatte gebracht werden. Landesrätin Rüscher selbst betont: “Gerade in der Gesundheitsversorgung sind Kontinuität, Verantwortung und strategische Planung wesentliche Erfolgsfaktoren.“ Durch den Zick-Zack-Kurs der Landesregierung in Kombination mit einer unzulänglichen Kommunikationsstrategie entstand große Verunsicherung sowohl unter der Belegschaft der Krankenhäuser als auch in der Bevölkerung. Bemerkenswert dabei ist die Fülle an offenen Fragen, die mit den Änderungsvorhaben der Vorarlberger Gesundheitspolitik in Verbindung stehen. Faktischen Ausgangspunkt stellt die offizielle Präsentation des Zielbildes
„Spitalscampus Vorarlberg“ vom 6. November 2025 dar,2 zumal ab diesem Zeitpunkt die Pläne vollumfänglich bekannt wurden und sich nachfolgende Änderungen auf diese Pläne beziehen, wie beispielsweise Einsparungspotenziale oder aber auch Zeitpläne. Hinsichtlich der viel diskutierten Verlegung der Frauenheilkunde- und Geburtenstation von Dornbirn nach Bregenz hat Landesrätin Rüscher beispielsweise auf Nachfrage erläutert:
„Die Verlegung der Stationen und der zertifizierten Zentren von Dornbirn nach Bregenz soll in einem klar strukturierten Zeitplan erfolgen. Im Jahr 2026 beginnen die organisatorischen Vorbereitungen sowie die Planung der baulich notwendigen Maßnahmen. Im darauffolgenden Jahr, 2027, starten die Anpassungsmaßnahmen, wobei die Umbaumaßnahmen beginnen und die organisatorischen Maßnahmen finalisiert werden sollen. Der eigentliche Transfer der Abteilungen, also die Überführung der Teams und Abteilungen an die jeweiligen Schwerpunktstandorte, ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Ab dem Jahr 2029 folgt der adaptierte Betrieb, bei dem der laufende Betrieb der zusammengelegten Teams aufgenommen und weiterentwickelt wird.“
Ob Übergangsphasen, tatsächliche Standortverlagerungen, Zeitpläne, Kostenschätzungen, Einsparungspotenziale oder Personalia: In all diesen Punkten zeichnet sich ab, dass ob des Wirrwarrs keine Klarheit mehr vorhanden ist. Klare und belastbare Antworten sind allerdings wichtiger denn je.