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Wer blockiert beim Bau gemeinnütziger Wohnungen?

19. Mai 2026

19. Mai 2026

der aktuelle Befund der Armutskonferenz ist eindeutig: Vorarlberg ist ein Hochrisikoland, wenn es um Armutsgefährdung geht. Angesichts der Leitlinie des Landes, Vorarlberg zum chancenreichsten Land für Kinder zu machen, ist damit ein neuer Tiefpunkt erreicht. Die
Fakten sind nicht zu leugnen:

  • 33.000 Haushalte in Vorarlberg geben mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aus.
  • Einkommensschwache Haushalte geben rund 44 Prozent für Wohnen aus.
  • Armutsgefährdung in Vorarlberg hat zugenommen und liegt über dem Österreichschnitt.
  • Hohe Wohnkosten sind ein zentraler Mitgrund der Armutsgefährdung.
  • Zwischen 2022 und 2024 sind nur neun Prozent der Neubauten von gemeinnützigen Bauträgern errichtet worden – österreichweit der niedrigste Wert

In der Landtagssitzung am 13. Mai 2026 hat die Sozialdemokratische Fraktion eine Anfrage rund um den gemeinnützigen Wohnbau in Vorarlberg als dringlich namhaft gemacht. Die stetig sinkende Bauleistung bei steigenden Antragszahlen stand dabei im Mittelpunkt. Landesrat Marco Tittler hat auf die sinkende Bauleistung bemerkenswert defensiv reagiert. Sinngemäß sagten Sie: Das Land würde nicht selbst bauen und würde die Bauleistung von den Bauträgern auch nicht abrufen, das sei Aufgabe der Gemeinden. Das Land habe hingegen die große Aufgabe, den Instrumentenkoffer bereitzustellen. In den Debatten um die zu geringe Anzahl an gemeinnützigen Wohnungen stellen Sie im Gleichklang dazu immer wieder dar, dass es Aufgabe der Gemeinden sei, den Bedarf an die Bauträger zu melden und auf dieser Grundlage dann schon entsprechend gebaut werden würde. Aus der Anfragebeantwortung vom 8. Mai 2026 zur Anfrage „Wie viele und welche gemeinnützigen Wohnungen gibt es und braucht es in Vorarlberg?“ (29.01.207)2 ergibt sich ein anderes Bild:

Die Gemeinde meldet den Bedarf nicht als solches, sondern er wird durch die Meldung der Wohnungswerbenden erfasst. Daraus ergibt sich, dass die Anzahl der Wohnungswerbenden der Anzahl des gemeldeten Bedarfs entspricht. Wie aus derselben Anfragebeantwortung hervorgeht, hat die Anzahl der Wohnungswerbenden stetig zugenommen und liegt mit Stand 2025 bei 6.596 Anträgen. Demgegenüber steht eine Bauleistung von 322 neuen
gemeinnützigen Wohnungen. Wenn die Gemeinden einen Bedarf von 6.596 Wohnungen melden, das Land nach Ihren Angaben, Herr Landesrat, lediglich den Instrumentenkoffer bereitstellt und die gemeinnützigen Bauträger nur 322 neue Wohnungen bauen, stellt sich die Frage nach der Ursache dieser Bauleistung. Liegen die richtigen Instrumente im Koffer und wer bestimmt, welche Instrumente in diesem Koffer liegen sollen? Was soll der Instrumentenkoffer überhaupt bewirken? Und baut das Land nicht doch – zumindest indirekt – als Mehrheitsgesellschafter der Vogewosi?

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