Der Entwurf zur Umsetzung der EU-Transparenzrichtlinie liegt vor. „Wir machen einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung“, freut sich die SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Bea Madlener-Tonetti über den Vorstoß von SPÖ-Sozialministerin Schumann. „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist entscheidend für die Gleichstellung von Frauen.“
Gleichstellung darf kein Sparopfer sein
Umso enttäuschender ist die Aussage von Landeshauptmann Wallner, der faire Bezahlung unter Vorbehalt stellt. „Offenbar ist es in Vorarlberg wichtiger, Unternehmen zu entlasten, als sich um eine faire Entlohnung von Frauen zu kümmern. Wenn es wirtschaftlich eng ist, wird Chancengerechtigkeit hintenangestellt – das ist erschreckend!“, bewertet Bea Madlener-Tonetti.
Vorarlberg als Negativbeispiel beim Gender-Pay-Gap
Insbesondere deshalb, weil es bei der fairen Entlohnung in Vorarlberg tatsächlich noch einiges zu tun gibt: Der Gender-Pay-Gap liegt im Land bei 21,7 Prozent und damit über dem Österreichschnitt. „Das ist ein sehr schlechtes Zeugnis und in Sachen Gleichstellung keine gute Werbung für den Wirtschaftsstandort“, attestiert Madlener-Tonetti. Faire Löhne stärken die Kaufkraft, sichern Fachkräfte und wer sich dem verweigert, bremst nicht nur Frauen aus, sondern den gesamten Standort. Für die Landesregierung hat Madlener-Tonetti daher eine alternative Vision: „Vorarlberg sollte Vorreiter in Sachen Gleichstellung werden, anstatt sich österreichweit als Schlusslicht einzureihen.“
Drei Jahre Zeit für die Umsetzung
Als scheinbarer Grund allen Übels wird der „große Bürokratieaufwand“ vorgeschoben. Doch nachdem nun drei Jahre verhandelt wurde und ausreichend Zeit für die Umsetzung bestand, kann dies kein Argument mehr sein. Auch müssen sich Unternehmen mit einer fairen Entlohnungsstrategie nicht vor Lohntransparenz fürchten – Ziel der Lohntransparenz sind immerhin ungerechte Entlohnungsunterschiede.