„Eine Frau wird als leicht bekleidete Puppe erniedrigend dargestellt, und das bei einer internationalen Schießveranstaltung von Exekutivkräften. Die Verantwortlichen sollten ernsthaft ihre eigene Rolle und auch ihr Menschenbild hinterfragen. Und genauso jene Teilnehmer, die das gesehen, nichts dagegen gesagt und einfach mitgemacht haben“, reagiert die SPÖ-Landtagsabgeordnete und Frauensprecherin Manuela Auer auf die Bilder aus einem Kennelbacher Schießkeller. „Dass die Gemeinde Kennelbach die Bilder davon drei Jahre später in einer Art netten ‚Erlebnisaufsatz‘ veröffentlicht und der Organisator das in Folge als Scherz rechtfertigt, macht die Sache nur schlimmer.“
Erschreckendes Ausmaß an Ignoranz gegenüber der Würde von Frauen
„In Österreich werden Frauen mit erschreckender Regelmäßigkeit Opfer tödlicher Gewalt durch Männer. Und dann sehen wir Bilder von einem Schießbewerb, bei dem eine sexualisiert dargestellte Frau Teil der Kulisse ist. Wer darin kein Problem erkennt, hat etwas Grundsätzliches nicht verstanden“, stellt Auer klar. „Dass eine sexualisiert dargestellte Politikerin als Kulisse für einen Schießparcours herhalten muss, zeugt von einem erschreckenden Ausmaß an Ignoranz gegenüber der Würde von Frauen.“
Auch der Bürgermeister der Gemeinde Kennelbach muss sich erklären
Kritik übt Auer auch an der Gemeinde Kennelbach, die die Bilder samt Bericht im Gemeindeblatt veröffentlicht hat. „Ich frage mich schon, was sich der Bürgermeister und die Verantwortlichen in der Gemeinde dabei gedacht haben. Die Bilder sind offenbar drei Jahre alt und jetzt werden sie plötzlich veröffentlicht? Da wird eine Frau bei einem Schießwettbewerb auf widerwärtige Weise herabgewürdigt, und statt die Organisatoren zur Rede zu stellen, veröffentlicht man die Fotos im Gemeindeblatt und würdigt damit sogar noch die abscheuliche Kulisse. Hat das dort wirklich niemand hinterfragt?“, so Auer. „Die Gemeinde sollte erklären, wie es zu dieser Veröffentlichung gekommen ist und welche Konsequenzen sie daraus zieht. Einfach zur Tagesordnung überzugehen wäre das völlig falsche Signal.“