Das Wohnungsangebot in Vorarlberg wächst und trotzdem sinken die Mieten nicht. Das zeigt eine aktuelle Analyse von ImmoScout24. So ist das Angebot an Mietobjekten hierzulande seit Anfang des Jahres um 37 Prozent gestiegen, mehr als in jedem anderen Bundesland. Im selben Zeitraum haben aber auch die Mietpreise um zwei Prozent auf durchschnittlich 19,5 Euro pro Quadratmeter zugelegt. Für 70 Quadratmeter fallen damit rund 1.362 Euro Bruttomiete an. Vorarlberg liegt damit rund 240 Euro über dem österreichischen Schnitt. SPÖ-Klubobmann und Wohnsprecher Mario Leiter sagt dazu: „Diese Zahlen sind einmal mehr ein Beleg dafür, dass es in Vorarlberg an leistbaren Wohnungen fehlt. Es wird zwar mehr Wohnraum geschaffen, aber nicht in dem Bereich, der dringend gebraucht wird. Es wird also ganz offensichtlich am Bedarf vorbeigebaut.“
Landeshauptmann soll seine Verantwortung im Land wahrnehmen
Mario Leiter nimmt in diesem Zusammenhang Landeshauptmann Wallner in die Pflicht: „Anstatt sich mit Bundesthemen wie einer Senkung der Strafmündigkeit zu beschäftigen, sollte sich der Landeshauptmann um jene Themen kümmern, die tatsächlich in seiner Kompetenz liegen. Leistbaren Wohnraum für die Vorarlbergerinnen und Vorarlberg zu schaffen gehört hier definitiv dazu.“ Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum sei für immer mehr Menschen hierzulande mittlerweile zu einer Existenzfrage geworden, betont Leiter. „Auch, weil gerade im gemeinnützigen Wohnbau nach wie vor viel zu wenig gebaut wird. Und das ist ein Bereich, in dem die Landesregierung schon die Zügel in der Hand hat und durchaus etwas bewegen kann“, so der SPÖ-Klubobmann.
ÖVP und FPÖ lehnen Verankerung im Raumplanungsgesetz ab
Die SPÖ hatte dazu erst kürzlich im Landtag gefordert, leistbares Wohnen im Raumplanungsgesetz zu verankern. Von den Regierungsparteien ÖVP und FPÖ wurde dieser Vorstoß jedoch abgelehnt. „Wir wissen, dass leistbarer Wohnraum fehlt. Wir wissen, dass Grundstücke ein zentraler Engpass sind. Und wir wissen, dass der gemeinnützige Wohnbau wesentlich mehr leisten könnte. Von Seiten der Landesregierung fehlt es aber immer noch an der nötigen politischen Konsequenz, hier auch entsprechende Schritte zu setzen“, übt Leiter Kritik. Wenn man wolle, könne man in Vorarlberg sehr wohl die passenden Rahmenbedingungen für den leistbaren Wohnbau schaffen, ist der SPÖ-Klubobmann überzeugt. „Die Landesregierung darf sich hier nicht länger dagegenstemmen. Sie muss endlich erkennen, dass beim Thema Wohnen die Zeit drängt. Es müssen 2000 neue gemeinnützige Wohnungen pro Jahr gebaut werden, damit der Bedarf an leistbarem Wohnraum hierzulande langfristig gedeckt werden kann“, so Mario Leiter abschließend.