Frauen verdienen in Vorarlberg gemessen am EU-Indikator insgesamt 21,7 Prozent weniger als Männer, Mehr- und Überstunden sind nicht inkludiert. Damit ist Vorarlberg Schlusslicht, nach Tirol (18,1 Prozent) und Oberösterreich (19,1 Prozent). Damit wurde der Equal Pay Day für Vorarlberg dieses Jahr auch bereits am 13. Oktober erreicht, während er österreichweit auf den 5. November fällt.
Lohntransparenz als notwendige Maßnahme
Mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie existiert bereits eine entscheidende Maßnahme, um der systematisch ungleichen Bezahlung von Frauen entgegenzuwirken. Die Umsetzung ist verpflichtend, Österreich ist jedoch säumig, was die Übertragung in nationales Recht betrifft. Für die Blockade der Arbeitgebervertreter*innen bei der Lohntransparenz gibt es vonseiten der SPÖ Frauen kein Verständnis. „Was gibt es da zu verstecken? Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist in Österreich Gesetz und muss auch umgesetzt werden.“
Rückhalt aus Vorarlberg gefordert
Die Zuständigkeit liegt klar beim Bund, dennoch machte der Vorarlberger Landeshauptmann in der Vergangenheit klar, was er von der EU-Richtlinie hält: Zuerst müsse man auf die Unternehmen achten, erst dann könne man ihnen Lohntransparenz aufbürden, vermeldete er öffentlich. Diesen Zugang – Gleichstellung ja, aber nur, wenn’s gerade passt – hält die SPÖ-Frauenvorsitzende für bedenklich. „Als SPÖ-Frauenorganisation fordern wir eine 100-prozentige, erkennbare Bereitschaft, sich für faire Entlohnung von Frauen einzusetzen und die unverzügliche Umsetzung der Lohntransparenz zu unterstützen“, sagt Madlener-Tonetti. „Es wäre großartig, würde sich Vorarlberg als Vorreiter in der Gleichstellung von Frauen und Männern etablieren.“