Die SPÖ Vorarlberg kritisiert die Kürzung der Landesförderung für verschränkte Ganztagsklassen scharf. Auf Beschluss von ÖVP und FPÖ werden für die Kinder in den aktuell elf Schulen im neuen Schuljahr insgesamt 70.000 Euro weniger zur Verfügung stehen. Besonders unverständlich ist für SPÖ-Bildungssprecherin Manuela Auer der Zeitpunkt: Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink benennt selbst die geteilten Zuständigkeiten beim Personal als zentrales Problem, gleichzeitig hat der Bund angekündigt, dafür bis Jahresende eine Lösung vorzulegen. „Trotzdem nimmt sie den Schulen – und damit den Kindern – jetzt das Geld weg. ÖVP und FPÖ riskieren damit, dass noch weniger Kinder die Möglichkeit haben werden, eine Ganztagesschule zu besuchen“, so Auer.
Bestehende Ganztagesklassen werden bestraft
Für Auer ist die Entscheidung auch deshalb problematisch, weil die Kürzung genau jene Schulen trifft, die das Modell trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin anbieten. „Die Schulen und Gemeinden haben in den vergangenen Jahren Strukturen aufgebaut und das verschränkte Modell am Leben gehalten. Weil andere das bislang nicht geschafft haben, werden nun aber die bestehenden Standorte bestraft. Wer den bestehenden Standorten jetzt die Förderung kürzt, muss erklären, wie dieses Modell überhaupt eine Zukunft haben soll und welche Angebote es für unsere Kinder noch geben wird.“
Unseriöse Pfennigfuchser-Politik von ÖVP und FPÖ
In der aktuellen Kürzung sieht Auer einen weiteren Auswuchs der kurzsichtigen Pfennigfuchser-Politik von ÖVP und FPÖ. Denn dass Geld aufgrund eines Problems gestrichen wird, für das der Bund bereits eine Lösung angekündigt hat, sei völlig unseriös: „Bei der Landesregierung von Wallner und Bitschi sitzt das Geld für Kommunikation und Eigenwerbung besonders locker. Doch wenn man auf Kosten unserer Kinder ein paar Euro einsparen kann, dann langen sie sofort und ohne Genierer zu. Bei 70.000 Euro für funktionierende Ganztagsangebote entdeckt Schwarz-Blau plötzlich den Sparstift. Die Landesregierung soll die Kürzung zurücknehmen, die bestehenden Ganztagsklassen absichern und die angekündigte Reform des Bundes abwarten, statt funktionierende Strukturen zu schwächen.“