Die Entscheidung von ÖVP und FPÖ im Bludenzer Stadtrat, die Förderung für den aha-Standort einzustellen, stößt bei SPÖ-Stadtparteiobmann und Nationalratsabgeordnetem Antonio Della Rossa auf deutliche Kritik. Für ihn ist dieser Schritt ein weiteres Beispiel für eine kurzsichtige Einsparungspolitik auf Kosten junger Menschen.
„Wer bei der Jugend spart, spart an der Zukunft unserer Stadt. Gerade in Zeiten von Verunsicherung, Fake News, gesellschaftlicher Polarisierung und wachsendem Druck auf junge Menschen braucht es niederschwellige Anlaufstellen wie das aha. Dass die ÖVP-Stadtregierung das offenbar anders sieht, ist für mich völlig unverständlich“, so Della Rossa.
Junge Menschen brauchen Aufmerksamkeit, Orientierung und Unterstützung
Mit der Schließung des aha-Standortes in Bludenz geht eine über viele Jahre gewachsene und gut genutzte Anlaufstelle verloren. Seit der Eröffnung vor 20 Jahren wurden mehr als 46.500 Anfragen beantwortet. Über 4.000 Jugendliche nahmen am Format „Bludenz inside“ teil, bei dem sie wichtige Service- und Anlaufstellen in der Stadt kennenlernen konnten.
Besonders schwer wiegt für Della Rossa, dass das aha-Team seit Jahren auch wichtige Arbeit im Bereich Informations- und Medienkompetenz leistet. „Medienkompetenz ist heute eine demokratiepolitische Schlüsselqualifikation. Junge Menschen müssen lernen, Informationen einzuordnen, Fake News zu erkennen und sich in einer immer komplexeren digitalen Welt zurechtzufinden. Gerade deshalb ist es fahrlässig, solche Angebote zu schwächen“, betont Della Rossa.
Von der Schließung betroffen sind darüber hinaus auch die Organisationen Amazone und femail, die mit dem aha-Standort ebenfalls ihre Außenstelle in Bludenz verlieren. Damit werde nicht nur ein Jugendangebot gestrichen, sondern ein wichtiger sozialer und beratender Infrastrukturpunkt in der Stadt geschwächt. „Bludenz braucht mehr Angebote für junge Menschen, nicht weniger. Wir müssen Jugendlichen zuhören, sie ernst nehmen und ihnen Räume, Beratung und Orientierung bieten. Alles andere ist nachlässig. In Jugendpolitik muss investiert werden – nicht gespart“, stellt Della Rossa klar.