„Die Art und Weise, wie das Land Vorarlberg die Causa rund um das Vorarlberger Landestheater und Intendantin Stephanie Gräve abgewickelt hat, ist ein kulturpolitisches Armutszeugnis und richtet erheblichen Schaden für den Kulturstandort Vorarlberg an“, kritisiert SPÖ-Kultursprecher und Landtagsabgeordneter Reinhold Einwallner die jüngsten Entwicklungen rund um die vorzeitige Vertragsauflösung der Landestheater-Intendantin.
Land drehte an Eskalationsschraube
Dass der Konflikt seit Monaten auf öffentlicher Bühne ausgetragen werde, beschädige nicht nur das Ansehen des Landestheaters, sondern des Kulturstandortes Vorarlberg insgesamt, so Einwallner. „Wer in Zukunft weiterhin Spitzenkräfte für kulturelle Einrichtungen gewinnen will, kann sich ein solches Schauspiel nicht leisten“, gibt der SPÖ-Kultursprecher zu bedenken. Besondere Kritik übt Einwallner hier vor allem die Rolle des Landes: „Anstatt frühzeitig für Deeskalation und professionelle Konfliktlösung zu sorgen, wurde der immer weiter an der Eskalationsschraube gedreht. Das hat über die Landesgrenzen hinaus für negative Schlagzeilen gesorgt.“ Kulturpolitik müsse immer mit Professionalität und Respekt vor den Institutionen erfolgen, betont Reinhold Einwallner. „Davon war in den vergangenen Monaten leider von Seiten des Landes wenig zu erkennen“, so der SPÖ-Kultursprecher.
Außenwahrnehmung nachhaltig geprägt
Gerade das Vorarlberger Landestheater sei eine zentrale Kulturinstitution des Landes und ein wichtiger Botschafter Vorarlbergs nach außen, betont Einwallner. „Wenn Personal- und Führungsfragen in dieser Form öffentlich verhandelt werden, bleibt das nicht ohne Folgen. Solche Vorgänge prägen die Wahrnehmung eines Kulturstandortes nachhaltig. Das Bild, das jetzt entstanden, ist verheerend“, so der SPÖ-Kultursprecher.
Weiteren Schaden abwenden
Der SPÖ-Kultursprecher fordert daher eine umfassende politische Aufarbeitung der Vorgänge. „Es braucht Transparenz darüber, wie es zu dieser Eskalation kommen konnte und welche Entscheidungen seitens des Landes getroffen wurden. Vor allem muss sichergestellt werden, dass weiterer Schaden vom Landestheater und von der Vorarlberger Kulturlandschaft abgewendet wird. Denn eines ist klar: Solche Schlagzeilen bleiben kleben – und sie schaden weit über den konkreten Anlassfall hinaus“, so Reinhold Einwallner abschließend.