Mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ wurde in der Bludenzer Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag beschlossen, die Förderung für den aha-Standort in Bludenz einzustellen. Nach 20 Jahren droht einem der wichtigsten Jugendinformationszentren im Bezirk nun wohl bald das mögliche Aus. Für SPÖ-Klubobmann Mario Leiter trägt die Entscheidung unverkennbar die Handschrift jener rigorosen Kürzungspolitik, die bereits auf Landesebene von der schwarz-blauen Koalition betrieben wird: „Die schwarz-blaue Kürzungspolitik des Landes zieht nun offenbar auch in den Gemeindestuben ein. Wie schon bei vielen anderen Kürzungen sind die Leidtragenden einmal mehr Kinder und Jugendliche.“ In einer Anfrage an Landesstatthalter Christof Bitschi will die SPÖ wissen, warum das Land zulässt, dass der Süden Vorarlbergs in Sachen Jugendarbeit kaputtgespart wird.
Jugendliche brauchen Ansprechpersonen vor Ort
Vor dem Hintergrund, dass der aha-Standort Bludenz erst Ende vergangenen Jahres sein 20-jähriges Bestehen gefeiert hat, sei die Entscheidung, nun die Förderung einzustellen und damit das Aus der Beratungsstelle zu besiegeln, besonders unverständlich, betont Mario Leiter: „Seit zwei Jahrzehnten wird hier wertvolle Arbeit für junge Menschen in der Region geleistet. Die Bilanz zeigt zudem deutlich, wie groß der Bedarf an diesen Angeboten ist.“ So wurden seit der Eröffnung des aha-Standorts Bludenz insgesamt über 46.500 Anfragen individuell beantwortet. Darüber hinaus nahmen mehr als 4.000 Jugendliche am Format „Bludenz inside“ teil, bei dem sie über wichtige Service- und Anlaufstellen in der Stadt informiert werden. Auch die vom aha seit fünf Jahren angebotenen Workshops zu Informations- und Medienkompetenz wurden bisher von rund 2.500 Teilnehmenden besuchten. „Diese Zahlen sprechen eine klare Sprache. Über die Jahre hinweg ist die Nachfrage konstant hoch geblieben, gerade was die persönliche Beratung betrifft. Das zeigt, dass Jugendliche, wenn es um Fragen zu Ausbildung, Beruf oder persönliche Anliegen geht, Ansprechpersonen direkt vor Ort brauchen“, so Leiter.
Beratungsangebote für Mädchen betroffen
Problematisch sei zudem, dass vom Wegfall des aha-Standorts auch die Beratungsangebote von femail und amazoneBERATUNG betroffen sind. „Wenn die Stadt Bludenz sich hiermit 45.000 Euro einsparen will, gefährdet sie nicht nur eine wichtige wohnortnahe Anlaufstelle für junge Menschen im gesamten Bezirk, sondern nimmt auch bewusst den Verlust von Beratungsangeboten für Mädchen und junge Frauen in Kauf. Das ist kurzsichtig und gesellschaftspolitisch verantwortungslos.“
SPÖ-Anfrage nimmt Bitschi in die Verantwortung
Die SPÖ hat daher eine Landtagsanfrage an Landesstatthalter und Jugendlandesrat Christof Bitschi eingebracht, mit der geklärt werden soll, welche Schritte das Land zum Erhalt des Standorts gesetzt hat und ob die Landesregierung bereit ist, das Jugendinformationszentrum in Bludenz finanziell abzusichern. „Wenn Schwarz-Blau immer davon reden, Vorarlberg zum chancenreichsten Land für Kinder und Jugendliche machen zu wollen, dann müssen sie auch dafür sorgen, dass bewährte Strukturen erhalten bleiben und gestärkt werden und nicht wahllos zerschlagen“, so Mario Leiter abschließend.