SPÖ Bludenz zu Besetzung der Stadtpolizei Bludenz: Bürgermeister Tschann war bei Hearing und Abstimmung nicht persönlich anwesend
Andreas Fritz-Wachter: „Wer über die Personalhoheit verfügt, muss sich auch die Zeit nehmen und bei Entscheidungsprozessen anwesend sein“
Die Entscheidung, den Kommandantenposten der Stadtpolizei Bludenz mit einem externen Bewerber zu besetzen, ist für die SPÖ Bludenz nicht nachvollziehbar. „Mit Sonja Berchtold-Niedermesser gibt es eine bestens qualifizierte interne Kandidatin, die seit Jahrzehnten bei der Stadtpolizei Bludenz arbeitet und die Dienststelle bereits interimistisch geleitet hat. Sie kennt die Abläufe, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die besonderen Anforderungen der Polizeiarbeit in Bludenz. Trotzdem wurde ihr ein externer Bewerber vorgezogen“, übt SPÖ-Stadtrat Andreas Fritz-Wachter Kritik.
Bürgermeister war bei Hearing und Abstimmung nicht dabei
Besonders kritisch sieht Fritz-Wachter in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass der Bürgermeister weder beim Hearing noch bei der anschließenden Abstimmung persönlich anwesend war. Tschann konnte sich damit zu keinem Zeitpunkt selbst ein Bild von der Qualifikation der Bewerber machen, so der SPÖ-Stadtrat: „Das zeugt für mich ganz klar von einem Mangel an Wertschätzung und Interesse, nicht nur gegenüber der Stelle, die hier im Haus besetzt werden soll, sondern auch gegenüber den Bewerbern.“ Zudem werde es auch der Tragweite der Entscheidung nicht gerecht, betont Fritz-Wachter, schließlich liege die Personalhoheit nun einmal allein beim Bürgermeister. „Wer dieses Amt führt und die damit verbundene Verantwortung trägt, sollte sich schon die Zeit nehmen auch persönlich ein Bild von den Bewerberinnen und Bewerbern machen, gerade wenn es um eine leitende Funktion in der Stadt Bludenz geht“, so der SPÖ-Stadtrat.
Finanzielle Mehrbelastung für Stadtbudget
Es müsse daher nun transparent geklärt werden, nach welchen Kriterien diese Personalentscheidung getroffen wurde, so Andreas Fritz-Wachter. Denn auch aus finanzieller Sicht sei die Entscheidung fragwürdig, so der SPÖ-Stadtrat. „Bludenz befindet sich mitten in einem Konsolidierungskurs. Alle Abteilungen der Stadt sind dazu angehalten, Ausgaben zu minimieren. Einen externen Bewerber zu holen, der erst eingearbeitet werden muss, bedeutet aber eine zusätzliche Belastung für das Stadtbudget. Warum man sich also trotz selbstauferlegtem Sparkurs für diesen Schritt entschieden hat, wirft schon Fragen auf“, so Fritz-Wachter. Dass sich der Finanzstadtrat bei der Abstimmung enthalten hat, hinterlasse vor diesem Hintergrund ebenfalls einen gewissen Beigeschmack, so Fritz-Wachter.
Es müsse daher nun transparent geklärt werden, nach welchen Kriterien diese Personalentscheidung getroffen wurde, so Andreas Fritz-Wachter abschließend.