Angesichts der neuerlich hohen Zahl an Schülerinnen und Schülern die im letzten Jahr Bedarf an Nachhilfestunden hatten, übt die SPÖ-Landtagsabgeordnete und Bildungssprecherin Kritik an der schwarz-blauen Landesregierung: „Seit Jahren liefert die Arbeiterkammer Vorarlberg fundierte Daten zur Nachhilfesituation im Land. Das Land kennt diese Zahlen auch, aber es wird einfach nichts daraus gemacht. Gerade einmal 12 Anträge auf Nachhilfeförderung hat das Land in den letzten fünf Jahren genehmigt. Das ist beschämend.“
Entwicklung seit langem absehbar
Die Entwicklung sei dabei schon seit längerem absehbar, stellt Auer klar. „Wir haben fundierte Zahlen, die seit Jahren zeigen, wohin die Reise geht. Trotzdem wird nicht entsprechend gehandelt. Jahr für Jahr steigt die Zahl der Kinder, die Nachhilfe brauchen. Auch werden jene, die Nachhilfe benötigen immer jünger. Schon jedes vierte Volksschulkind nimmt Nachhilfe. Diese Entwicklung ist alarmierend“, so die SPÖ-Bildungssprecherin. Gleichzeitig würden auch die Kosten, die die Eltern zu tragen haben, jedes Jahr weiter ansteigen, kritisiert Auer. Im Österreich-Durchschnitt geben Eltern mittlerweile rund 720 Euro pro Kind im Jahr für bezahlte Nachhilfe aus.
Landesförderung kommt bei Familien nicht an
Besonders scharf kritisiert Auer in diesem Zusammenhang die Nachhilfeförderung des Landes. „Angesichts der Tausenden Schülerinnen und Schüler, die hierzulande Bedarf an Nachhilfe haben, sind zwölf genehmigte Anträge in fünf Jahren ein Trauerspiel. Diese Förderung kommt in der jetzigen Form bei den Familien im Land ganz offensichtlich nicht an“, so Auer. Vielmehr würden diese Zahlen ein weiteres Negativbeispiel dafür liefern, dass diese Landesregierung es mit ihrem Versprechen, Vorarlberg zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder und Jugendliche zu machen, nicht ernst nehme, betont die SPÖ-Landtagsabgeordnete. „Dort, wo es wichtig wäre, Geld in die Zukunftschancen unserer Kinder und Jugendlichen zu investieren, wird von ÖVP und FPÖ mit bürokratischen Hürden bewusst und konsequent dagegen gearbeitet“, sagt Auer.
SPÖ fordert leistbare Nachhilfe
Mit einem heute eingebrachten Antrag erneuert die SPÖ deshalb ihre Forderung nach einem Modell für leistbare Nachhilfe für alle Schülerinnen und Schüler, die diese benötigen. Gleichzeitig müsse das Land seine bestehenden Förderrichtlinien grundlegend überprüfen, fordert die SPÖ-Bildungssprecherin. „Der Zugang zur Förderung muss einfacher, niederschwelliger und unbürokratischer werden. Wenn eine Förderung über einen längeren Zeitraum kaum in Anspruch genommen wird, obwohl der Bedarf offenbar doch gegeben ist, muss man sich schon fragen, wieso das so ist“, so Auer. Ziel müsse sein, dass mehr Schulkinder tatsächlich die Möglichkeit auf geförderte Nachhilfestunden erhalten. „Bildungschancen dürfen nicht vom Einkommen der Eltern abhängen. Das Land hat die Zahlen seit Jahren vorliegen und kennt damit auch das Problem. Es braucht jetzt endlich konkrete Maßnahmen, damit Chancengleichheit nicht weiterhin nur ein Schlagwort bleibt“, so Manuela Auer abschließend.