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Verkehrslandesrat Bitschi rechnet sich seine Tarifreform schön

11.08.2026

Leiter: „Auf Zahlen-Chaos folgt Wort- und Zahlen-Akrobatik“

Leiter: „Auf Zahlen-Chaos folgt Wort- und Zahlen-Akrobatik“

Die Beantwortung der SPÖ-Anfrage zur VVV-Tarifreform bestätigt zentrale Kritikpunkte: Die Preissteigerungen betreffen deutlich mehr Fahrgäste als von Landesstatthalter Bitschi und der FPÖ behauptet. SPÖ-Verkehrssprecher Mario Leiter erkennt dahinter vor allem eine „kreative Wort- und Zahlen-Akrobatik“, mit der versucht wird, von den tatsächlichen Auswirkungen der Tarifreform abzulenken: „Bitschi hat im Landtag erklärt, dass 85 Prozent aller Fahrten gleich teuer oder günstiger geworden sein sollen. Wir haben von Bitschi Beweise für diese Aussage verlangt. Doch auch in der Anfragebeantwortung ist er diesen Beweis schuldig geblieben.“

Bitschi scheitert mit dem Versuch, seine eigene Aussage umzudeuten

Besonders deutlich wird Bitschis Wort- und Zahlenakrobatik bei der Frage, wer überhaupt als „negativ betroffen“ von den neuen Tarifen gilt. Denn um zu „beweisen“, dass die Preise entgegen der Erfahrung unzähliger Fahrgäste in Wirklichkeit „günstiger“ geworden sein sollen, vermischt er unterschiedliche Aspekte: So habe das neue Ticket zwar in manchen Fällen einen höheren Preis, dafür aber einen größeren Geltungsbereich oder mehr Nutzungsmöglichkeiten. Auf diese Weise werden selbst Fahrten, die tatsächlich teurer geworden sind, als „nicht negativ betroffen“ gewertet. Genau damit rechnet Bitschi die Preissteigerungen klein. Dass die Preise aber für alle Fahrgäste, die weiterhin dieselben Strecken wie vor der Tarifreform fahren, damit deutlich teurer geworden sein können, lässt der Landesstatthalter unter den Tisch fallen. „Es ist bemerkenswert, wie viel Fantasie Bitschi dafür aufbringen muss, um diesen Tarif-Wahnsinn schönzureden. Damit ist er aber kläglich gescheitert“, so Leiter.

Tarifreform zeugt von Bitschis Unwissen bei öffentlichen Verkehrsmitteln

Leiter erkennt in der Antwort von Bitschi auch, dass bei der Gestaltung der Tarifreform die Realität der Fahrgäste keine Rolle gespielt hat. Ein besonders absurdes Beispiel dafür sieht er in der Erklärung, dass das neue 60-Minuten-Ticket „beliebig viele Fahrten inklusive Rückfahrt innerhalb dieses Zeitfensters“ ermöglicht. „Diese Aussage ist bezeichnend. Es wäre empfehlenswert gewesen, wenn diese Tarifreform von einem Landesrat entworfen worden wäre, der auch selbst zumindest hin und wieder ein Ticket löst und mit Bus und Bahn fährt. Dann würde er wissen, dass das beliebig häufige Fahren hin- und retour innerhalb einer Stunde (!) in Vorarlberg völlig unrealistisch ist.“

Zurück an den Start!

Für Leiter zeigen die Erklärungsversuche des Landesstatthalters eindeutig: „Bitschi ist mit dem nächsten Versuch gescheitert, sachlich fundierte Gründe für den Tarif-Wahnsinn zu liefern.“ Er weist in diesem Zusammenhang auf einen Antrag der SPÖ hin, der letzte Woche eingebracht und voraussichtlich im November im Landtag behandelt wird: „Wir wollen, dass dieses Tarifsystem wieder abgeschafft wird. Im November hat der Landtag die Chance, diesen schwerwiegenden Fehler zu korrigieren. Wir brauchen wieder ein System, das tatsächlich einfach, verständlich und leistbar ist.“

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