Am 8. März rücken Gleichstellung, Einkommensunterschiede und Gewalt gegen Frauen medial wieder in den Fokus. Der Internationale Frauentag erinnert an erkämpfte Rechte wie Wahlrecht, Gleichstellung im Familienrecht, Zugang zu Bildung und Arbeit sowie Schutz vor Gewalt – und macht gleichzeitig deutlich: Echte Gleichstellung ist noch nicht erreicht.
„In Vorarlberg ist die strukturelle Benachteiligung besonders ausgeprägt. Frauen verdienen hier österreichweit am wenigsten und erhalten im Vergleich zu Männern die niedrigsten Pensionen“, sagt SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Bea Madlener-Tonetti. Der Grund: Frauen unterbrechen oder reduzieren nach der Geburt ihrer Kinder häufiger und länger ihre Erwerbsarbeit, übernehmen den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit und erleben dadurch massive Karriereeinbrüche.
Frauen werden im Beruf ausgebremst
Die beruflichen Chancen von Frauen seien heutzutage immer noch massiv eingeschränkt, so Madlener-Tonetti. Und das, obwohl Frauen heute vielfach über einen höheren Ausbildungsgrad verfügen als Männer. „Wer wegen Betreuungsaufgaben häufiger Teilzeit arbeitet oder beruflich pausieren muss, hat deutlich schlechtere Aufstiegs- und Karrierechancen. Frauen werden dadurch im Berufsleben ausgebremst“, kritisiert sie. Letztendlich würde sich das dann auch wieder in den deutlich niedrigeren Pensionen der Frauen widerspiegeln, betont die SPÖ-Frauenvorsitzende: „Das führt zu langfristigen finanziellen Nachteilen. Frauen bekommen so bis zu 47 Prozent weniger Pension als Männer“, betont Madlener-Tonetti.
Leistbare Kinderbetreuung als zentraler Schlüssel
Erschwerend komme hinzu, dass die schwarz-blaue Landesregierung ignoriere, dass leistbare und hochwertige Kinderbetreuung der Schlüssel zur Gleichstellung sei, kritisiert die SPÖ-Frauenvorsitzende: „Derzeit sind die Weichen dafür gestellt, dass private Träger mit Kleinkindbetreuungsangeboten über kurz oder lang schließen müssen.“ Dadurch würden spürbare Betreuungslücken entstehen. „Für Frauen bedeutet das oft noch längere Erwerbsunterbrechungen und eine weitere Zementierung traditioneller Rollenbilder.“
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seien hier gleichsam gefordert, damit echte Gleichstellung gelingen kann, so Madlener-Tonetti abschließend: „Gleichstellung passiert nicht von selbst, sondern braucht ein entschlossenes Handeln von uns allen – nicht nur am Weltfrauentag, sondern an 365 Tagen im Jahr.“